Projekt des Monats
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Herrnstein


JUNI 2017: Prangl errichtete die größten Windkraftanlagen, die derzeit auf einem alpinen Standort in Österreich stehen.

 

Bereits im Oktober 2013 wurde Prangl mit einer Machbarkeitsstudie für den Windpark Herrenstein beauftragt. Erst diese Expertise sicherte überhaupt die Durchführbarkeit und Finalisierung des Projekts. Zwei Jahre später wurde nochmals geprüft – für größere Windkraftanlagen. Auch diese, wieder von Prangl durchgeführte, Studie fiel positiv aus.

 

Die Anlagenstandorte liegen im Hochwechsel auf einer Seehöhe von ca. 1 400 Meter. Die sechs Windräder mit 94 Meter Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 112 m sind die aktuell größten Windkraftanlagen, die in Österreich alpin errichtet wurden.

 

Im Sinne eines reibungslosen Ablaufs wurde Prangl exklusiv mit allen Logistikaufgaben beauftragt: Anlieferung aller Komponenten, Zwischenlagerung, Bergtransport, Kranmontage. Dank der sehr guten Verplanung und der perfekten Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte der Windpark eine Woche vor Plan fertiggestellt werden – und das, obwohl aufgrund des späten Schneefalls erst zwei Wochen später begonnen werden konnte.

 

Die Straßentransporte der 62 Tonnen schweren Stahlsektionen hatten eine Gesamtzuglänge von 55 Meter. Am Feistritzsattel gab es zwei Kehren, die mit dieser Gesamtlänge nicht passierbar waren. Die Turmschüsse mussten daher auf ein selbstfahrendes Schwerlastmodul umgeladen werden. Aufgrund von Platzmangel musste die Umladung ohne Kran erfolgen. Die dafür gewählte Umladetechnik hat es bis dato weltweit noch nie gegeben. Das selbstfahrende Schwerlastmodul wurde per Funksteuerung unter den 1,7 m Meter hohen Freidreher-Rohradapter manövriert. Das Adapterfahrzeug wurde sodann abgesenkt und die Stahlsektion auf den Selbstfahrer gestellt und von diesem aktiv übernommen. Danach ging es auf die rund 17 Kilometer lange Bergfahrt.

 

Erstmalig in Europa war auch der Transport der knapp 55 Meter langen Rotorblätter. Wurde Prangls Flügeltransportvorrichtung bisher nur auf einem ferngesteuerten Selbstfahrer montiert, wurde sie dieses Mal auf Modulachsanhängern in Kombination mit einer Allradzugmaschine angebracht. Zwar sind die selbstfahrenden Schwerlastmodule wendiger, dafür können sie aber nur im Schritttempo fahren. Bei einer verbleibenden Strecke von 39 Kilometer wäre das zu langsam, unwirtschaftlich und vor allem auch zu verkehrsblockierend gewesen. Mit den straßenzugelassenen Achsmodulen konnten immerhin Geschwindigkeiten bis 30 km/h erreicht werden – trotz der enormen Gesamtzuglänge von 73 Meter.

 

In Summe mussten 86 Strom- bzw. Telefonleitungen unterquert werden, weshalb das Rotorblatt nicht konstant auf 60° aufgestellt werden konnte. Aufgrund der hohen Flexibilität und Beweglichkeit der gewählten Transportkombination mussten nur sechs der oben genannten Leistungen entfernt bzw. verlegt werden. Auch das erleichterte die Gesamtlogistik enorm.

 

Der Hauptlogistikplatz wurde auf ca. 1 000 Meter Seehöhe errichtet. Von dort mussten die Komponenten ca. acht Kilometer bei Steigungen bis zu 16% zu den Stellflächen gebracht werden. Diese Fuhren wurden mit 10-achsigen Selbstfahrern und Allrad-LKWs mit Schwerlasttiefladern durchgeführt. Um die steile Anfahrt in den Windpark bewältigen zu können, wurde die bestehende Transportkombination bei den schweren Komponenten um ein zusätzliches Schubfahrzeug ergänzt. Der Ausbau der Zuwegung konnte so auf ein Minimum reduziert werden.

 

Die Vormontage der Windkraftanlagen erfolgte mit einem 500 Tonnen Teleskopkran und die Hauptmontage mit einem 600 Tonnen Gittermastkran. Die perfekte Zusammenarbeit des mehrköpfigen Teams führte auch bei so einem hochkomplexen Vorhaben zu einer optimalen Abwicklung.

Projektdaten

Land: Österreich
Ort: Rettenegg
Datum: 27.04.2017 – 30.06.2017
Betreuer: Andreas Schneider
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